Nabelpflege

Der Nabel zeigt uns ein Leben lang die vormals bestehende Verbindung zu unserer Mutter.
Hier findest Du Tips für die Pflege, damit der Nabel gut abheilen kann.

Wann fällt der Nabelschnurrest bei einem Neugeborenen ab?

Bei jedem Kind dauert das Abfallen des Nabelschnurrestes unterschiedlich lange. Häufig fällt der Nabelschnurrest in etwa zwischen dem 5. und 9. Tag nach der Geburt ab, manchmal jedoch auch erst zwischen dem 10. und 15. Tag.
Selten kommt es vor, dass der Nabelschnurrest auch erst viel später (nach 3 Wochen) abfällt, an und für sich bedarf es aber auch dann keiner speziellen Behandlung.

Es gibt keine Normen, keine bestimmte Zeit, in der der Nabelschnurrest abfallen muss.
Um das Eintrocknen/das Abfallen des Nabelschnurrestes zu beschleunigen, kann man auch, so der Nabel nicht gerötet ist oder eitert, einmal täglich ein wenig Staubzucker auf den Nabelschnurrest auftragen (die darin enthaltene Glucose fördert den Abheilungsprozess).

Verschiedene Arten der Nabelpflege:

Es gibt verschiedene Arten den Nabel zu pflegen. Verschiedene Studien darüber haben keine eindeutigen Vorzüge der unterschiedlichen Pflegearten erhoben.

Offene oder abdeckende Pflege:

Bei der offenen Nabelpflege sollte man darauf achten, dass möglichst viel frische Luft an den Nabel kommt. Dementsprechend kann man auch die Windeln so umschlagen, dass die Klemme und die Wunde nicht bedeckt sind. Hierbei muss man darauf aufpassen, dass der Windelrand nicht am Nabelstumpf reibt (das kann manchmal schwierig sein).

Bei der geschlossenen Variante wird eine luftdurchlässige, sterile Nabelkompresse auf/um den Nabelschnurrest gelegt. Dadurch wird der Nabel einerseits trocken gehalten, andererseits kann man dadurch einen Abstand zwischen Klemme und Haut bringen. (Die Klemme kann dann nicht an der Haut scheuern.)

Natürliche Nabelpflege:

Der Nabelschnurrest wird nicht behandelt (weder abgedeckt noch gepudert, o.ä.)

Hin und wieder kann der Nabel zu riechen beginnen (bevor er dann meist am nächsten Tag abfällt), das ist kein Grund zur Sorge, wenn keine Infektionszeichen (Rötung der Nabelumgebung) vorhanden sind.

Reinigung:

Zur Reinigung der Nabelpflege gibt es keine „Normen“. Viele Hebammen haben dahingehend unterschiedliche Meinungen. Es überwiegt aber deutlich die Meinung, dass eine möglichst gute Luftzufuhr gegeben sein soll, um die Heilung zu beschleunigen, wobei darauf zu achten ist, dass der Nabel nicht nass wird.

Sollte er doch einmal nass werden (z.B. durch Urin), tupft man ihn vorsichtig trocken. Es ist schon wichtig, auf eine regelmäßige Reinigung zu achten, jedoch muss er nicht bei jedem Wickeln mit Wasser gesäubert werden. (An sich reicht es, einmal täglich mit etwas lauwarmem, abgekochtem Wasser und einem damit befeuchteten Wattebausch/Wattestäbchen zu reinigen).

Säuberung des Nabelstumpfes- verschiedene Möglichkeiten:

  • warmes, abgekochtes Wasser: Wattebausch oder Wattestäbchen darin eintunken und vorsichtig, einmal tgl. reinigen, anschließend gut trocken tupfen (geht auch am besten mit einem Wattestäbchen)
  • Calendula-Essenz: wird empfohlen, weil sie gut reinigt und Entzündungen vorbeugt. Man soll mit ihr einen Wattebausch oder ein Wattestäbchen tränken und vorsichtig abtupfen.
  • Octenisept: wird eigentlich fast immer von der Klinik verschrieben; desinfiziert Haut und Schleimhäute bei kleineren Verletzungen und Wunden wie z.B. Schnittwunden, Hautrissen, Schürfungen oder kleinflächigen leichten Verbrennungen (Verbrennungen 1. Grades). Octenisept ist optimal für die Nabelpflege beim Neugeborenen. Anwendung: einmal pro Tag ist ausreichend.
  • Rose-Teebaum-Hydrolat: insbesondere bei übelriechenden Nabeln. Es empfiehlt sich jedoch, das Hydrolat zur Hälfte mit Calendula-Essenz zu vermischen. Für eine generelle, also regelmäßige, Pflege empfiehlt es sich jedoch eher nicht, da es für die empfindliche Haut um den Nabel zu stark zu sein scheint. Außerdem sollte man (generell mit ätherischen Ölen) sehr sparsam umgehen. Ein Tropfen ist ausreichend.
  • Muttermilch: Viele Hebammen und Mütter träufeln Muttermilch auf den Nabel, dies gilt als altbewährte Methode und soll die Abheilung fördern. Auch ein Nabel, der nach dem Abfallen des Nabelschnurrestes schmiert, kann mit einigen Tropfen Muttermilch behandelt werden.
  • Bei einem geröteten oder schmierenden Nabel kann außerdem Wecesin Puder verwendet werden. Es wirkt sowohl wundheilungsfördernd als auch entzündungshemmend. Es kann beim Neugeborenen 3x täglich dünn auf die betroffene Stelle aufgestreut werden.
  • (Manchmal/selten verordnen Ärzte auch noch – automatisch – antibiotisches Puder, welches an sich, bei einem nicht infizierten Nabelschnurrest nicht notwendig ist.)

Quellen:
“Wochenbettbetreuung in der Klinik und zu Hause- Ulrike Harder, 3.überarbeitete Auflage”
“Die Hebammensprechstunde – Ingeborg Stadelmann”